Wenn es um den Staat geht, denken viele zuerst an Steuererklärungen, Abgaben und endlose Formulare. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt, dass der Staat nicht nur nimmt, sondern auch gibt. Jahr für Jahr stehen Arbeitnehmern Förderungen und Zuschüsse zu, die sich in der Summe zu erheblichen Beträgen entwickeln können. Manche davon sind offensichtlich, wie das Kindergeld, andere wiederum verbergen sich fast wie kleine Schätze in den Tiefen des Steuerrechts oder der Arbeitsverträge.

Doch warum lassen so viele Menschen diese Geschenke einfach liegen? Oft ist es die Unkenntnis, manchmal Bequemlichkeit. Viele haben schlicht keine Zeit, sich intensiv mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Dabei kann es sich lohnen, ein paar Stunden zu investieren, um langfristig finanziell besser dazustehen. Denn eines ist sicher. Wer die Angebote ignoriert, verzichtet freiwillig auf Geld, das ihm eigentlich zusteht.

Das sind die 10 beliebtesten Steuer Produkte:

Kindergeld und Riester-Zulagen

Das wohl bekannteste Geschenk ist das Kindergeld. Es wirkt unspektakulär, weil es so selbstverständlich geworden ist, und doch steckt darin enorme Unterstützung. Für jedes Kind zahlt der Staat monatlich mehrere Hundert Euro – bei Familien mit mehreren Kindern summiert sich das zu einer Summe, die schnell die Dimension eines zusätzlichen Einkommens annimmt. Über die gesamte Dauer der Kindergeldzahlung betrachtet, können Eltern auf einen fünfstelligen Gesamtbetrag zurückblicken. Dieses Geld erleichtert nicht nur den Alltag, sondern schafft auch Spielräume für Zukunftsinvestitionen – sei es für Bildung, Hobbys oder das erste eigene Zimmer.

Neben dem Kindergeld ist die Riester-Rente ein weiterer Klassiker. Sie wird oft kritisiert, doch eines darf man nicht übersehen: Die staatlichen Zulagen sind real und fließen in jeden Vertrag, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Die Grundzulage beträgt aktuell 175 Euro pro Jahr. Hinzu kommen Kinderzulagen, die pro Kind zusätzlich gezahlt werden. Familien können so Jahr für Jahr mehrere Hundert Euro allein durch staatliche Zuschüsse aufbauen, die direkt in die Altersvorsorge fließen. Wer außerdem Steuervorteile durch Sonderausgabenabzug nutzt, profitiert gleich doppelt. Auch wenn das Produkt selbst nicht jedem gefällt, die Zulagen sind ein Geschenk, das man nicht achtlos liegen lassen sollte.

Steuerfreie Extras vom Arbeitgeber

Abseits der großen Programme existiert eine Vielzahl kleinerer, aber hochinteressanter Förderungen, die Arbeitgeber nutzen können. Vielen Arbeitnehmern ist gar nicht bewusst, wie vielfältig die Palette an steuerfreien oder steuerbegünstigten Leistungen ist.

Zu den beliebtesten zählen:

  • Sachbezüge bis 50 Euro monatlich: Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitern kleine Geschenke wie Gutscheine, Tankkarten oder Einkaufskarten steuerfrei überlassen. Über ein Jahr gerechnet sind das immerhin bis zu 600 Euro zusätzlich – komplett ohne Abzüge.
  • Fahrtkostenzuschüsse: Wer täglich pendelt, freut sich über steuerfreie Zuschüsse zum Jobticket oder für den öffentlichen Nahverkehr.
  • Kinderbetreuungskosten: Arbeitgeber können Zuschüsse für Kita oder Tagesmutter steuerfrei auszahlen – eine spürbare Entlastung für Eltern.
  • Gesundheitsförderung: Bis zu 600 Euro jährlich können für Präventionskurse oder Fitnessangebote bezuschusst werden.

Diese Extras sind nicht nur ein Bonus fürs Portemonnaie, sondern steigern oft auch die Lebensqualität. Ein Zuschuss zum Sportkurs ist eben mehr als ein Geldbetrag – er sorgt für Gesundheit, Ausgleich und Motivation.

Vermögenswirksame Leistungen als Turbo für die die Altersvorsorge

Eine der am meisten unterschätzten Förderungen sind die vermögenswirksamen Leistungen, kurz VL. Hierbei zahlt der Arbeitgeber – je nach Tarifvertrag oder Vereinbarung – monatlich einen festen Betrag, meist zwischen 6 und 40 Euro, in einen speziellen Sparvertrag. Klingt auf den ersten Blick nach wenig, doch der Trick liegt im langen Atem. Über Jahre summiert sich der Betrag, dazu kommen Zinsen, Renditen oder staatliche Zuschüsse.

Viele Arbeitnehmer verzichten darauf, weil sie den Aufwand scheuen oder gar nicht wissen, dass ihnen diese Leistung zusteht. Dabei ist das Einrichten eines VL-Vertrages meist unkompliziert. Ein Antrag beim Arbeitgeber, ein Sparvertrag bei der Bank oder Bausparkasse – und schon fließt das Geld automatisch.

Besonders attraktiv wird es durch die Arbeitnehmersparzulage:

  • Wer ein Einkommen unter einer bestimmten Grenze hat (aktuell bei Alleinstehenden rund 40.000 Euro zu versteuerndes Einkommen), erhält 20 Prozent Zuschuss vom Staat auf VL-Einzahlungen in Fonds- oder Aktien-Sparpläne – bis zu 80 Euro pro Jahr. Um zu prüfen, ob man die Einkommensgrenze erreicht, kann man das zu versteuernde Einkommen berechnen, indem man das Bruttoeinkommen abzüglich Werbungskosten, Sonderausgaben und weiterer Freibeträge betrachtet.
  • Bei Bausparverträgen gibt es ebenfalls Zulagen, wenn die Einkommensgrenzen eingehalten werden.

Über einen Zeitraum von sechs bis sieben Jahren können so mehrere Hundert Euro zusätzlich vom Staat in den Vertrag fließen. Zusammen mit den Arbeitgeberleistungen entsteht eine Förderung, die sich mit kaum einem anderen Instrument vergleichen lässt.

Ein kleines Rechenbeispiel verdeutlicht das Potenzial:

Das sind die 10 neuesten Steuer Produkte:

  • Arbeitgeber zahlt 40 Euro pro Monat in einen VL-Vertrag.
  • Auf das Jahr gerechnet sind das 480 Euro.
  • Dazu kommen 80 Euro Arbeitnehmersparzulage.
  • Nach sieben Jahren Laufzeit ergibt das allein durch Einzahlungen und Zulagen über 3.900 Euro – ohne Rendite und Zinsen.
  • Bei einer Anlage in Fonds kann der Betrag durch Wertsteigerungen noch deutlich höher ausfallen.

Wer dieses Geschenk nicht nutzt, verzichtet damit auf eine der effektivsten Formen staatlicher Förderung im Kleinen.

Warum liegen lassen keine Option ist

Warum liegen lassen keine Option ist

Man könnte sagen: Staatliche Förderungen sind wie Geldscheine auf der Straße – sie liegen da, aber nur wer sie aufhebt, profitiert. Es kostet manchmal einen Schritt, eine kurze Auseinandersetzung mit Formularen oder eine Nachfrage beim Arbeitgeber. Doch die Mühe lohnt sich.

Die Vorteile im Überblick:

  • Planbare Unterstützung: Kindergeld und Riester-Zulagen schaffen regelmäßige Sicherheit.
  • Direkter Bonus: Steuerfreie Arbeitgeberleistungen kommen ohne Abzüge an.
  • Langfristiger Vermögensaufbau: VL und Sparzulagen sorgen für Extra-Ersparnisse über die Jahre.
  • Flexibilität: Viele Förderungen lassen sich individuell an die Lebenssituation anpassen.

Liegen lassen bedeutet nichts anderes, als freiwillig auf eine Gehaltserhöhung zu verzichten. Wer also sagt „Das lohnt sich doch gar nicht“, übersieht den langfristigen Effekt. Gerade die kleinen Beträge entfalten über Jahre hinweg große Wirkung.

Mit offenen Augen durchs Arbeitsleben

Die Welt der staatlichen Förderungen ist kein bürokratischer Irrgarten, sondern eher ein Garten voller Früchte. Manche hängen tief, andere erfordern einen kleinen Sprung. Aber alle haben eines gemeinsam: Wer zugreift, wird belohnt.

Arbeitnehmer, die sich informieren, entdecken schnell, dass sie mit wenig Aufwand ihre finanzielle Situation verbessern können. Ob Kindergeld, Riester-Zulagen, steuerfreie Extras vom Arbeitgeber oder die unterschätzten vermögenswirksamen Leistungen – diese „Geschenke“ summieren sich. Und was heute nach einer kleinen Entlastung aussieht, kann morgen ein wichtiger Baustein für Sicherheit und Freiheit sein.

Am Ende bleibt nur eine Frage: Warum sollte man die Hand nicht ausstrecken, wenn der Staat sie bereits geöffnet hat?

Bewertungen: 4.9 / 5. 68