EmediateAd Veranlagungsarten - Reform für Eheleute ab 2013 mit eingeschränkten Möglichkeiten
                 

 

Veranlagungsarten - Reform für Eheleute ab 2013 mit eingeschränkten Möglichkeiten

Durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 wurden die Veranlagungsarten für Eheleute von sieben möglichen auf nur noch vier mögliche Veranlagungs- und Tarifvarianten reduziert.

Ab dem Veranlagungszeitraum 2013 entfallen die

getrennte Veranlagung mit Grundtarif und

die besondere Veranlagung mit Grundtarif oder Witwensplitting.

Infolgedessen verbleiben nur noch:

Einzelveranlagung mit Grundtarif,

“Sondersplitting” im Trennungsjahr,

Verwitwetensplitting und

Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting.

Ehegatten haben gem. § 26 Abs. 1 EStG ab 2013 ein Veranlagungswahlrecht zwischen der Einzel- und der Zusammenveranlagung nach § 26b EStG. Die Einzelveranlagung stellt eine signifikante Änderung gegenüber der getrennten Veranlagung nach altem Recht dar, weil die Einzelveranlagung nach § 26a Abs. 2 EStG keine steueroptimierende freie Zuordnung verschiedener Kosten mehr ermöglicht.

Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG werden demjenigen zugerechnet, der sie wirtschaftlich getragen hat. Aus Vereinfachungsgründen ist bei übereinstimmendem Antrag der Ehegatten eine hälftige Zuordnung der Aufwendungen zulässig, in Einzelfällen reicht auch der Antrag des Ehegatten, der die Aufwendungen getragen hat.

Die zumutbare Belastung des § 33 EStG wird bei einzeln veranlagten Ehegatten nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte des einzelnen Ehegatten bestimmt und nicht wie bei der getrennten Veranlagung nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte beider Ehegatten.

Während Ehegatten bisher ihre bei Abgabe der Steuererklärung getroffene Wahl der Veranlagungsart bis zur Bestandskraft des betreffenden Steuerbescheids und auch im Rahmen von Änderungsveranlagungen beliebig oft ändern konnten, wird künftig die Wahl der Veranlagungsart für den betreffenden VZ durch Angabe in der Steuererklärung bindend.

Die Wahl der Veranlagungsart kann innerhalb eines VZ nach Eintritt der Unanfechtbarkeit des Steuerbescheids nach § 26 Abs. 2 Satz 4 EStG künftig nur noch dann geändert werden, wenn kumulativ

ein die Ehegatten betreffender Steuerbescheid aufgehoben, geändert oder berichtigt wird,

die Änderung der Wahl der Veranlagung beim Finanzamt bis zum Eintritt der Bestandskraft des Änderungs- oder Berichtigungsbescheids mitgeteilt wird und

die Einkommensteuer der Ehegatten nach Änderung der Veranlagungsart niedriger ist, als sie ohne letzteres wäre. Die ESt der einzeln veranlagten Ehegatten ist hierbei zusammenzurechnen.

Praxishinweis: Im Referentenentwurf war in § 32e EStG noch die Möglichkeit einer Tarifminderung vorgesehen. Hierauf wurde jedoch zugunsten eines Wahlrechts zwischen Einzel- und Zusammenveranlagung für Ehegatten verzichtet, um eine Schlechterstellung im Vergleich zu zwei unverheirateten Personen auszuschließen.